Symbolbild Telefonieren: Pascal Höfig
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Freche Aktion: 12 Angestellte gleichzeitig im Krankenstand

Oberösterreichs Unternehmerinnen und Unternehmer erleben im Zusammenhang mit vorgetäuschten Krankenständen so einiges, dies berichtet die WKOÖ in einer Pressemitteilung. Diese Form des Sozialmissbrauchs war jedoch besonders dreist: Ein Hightech-Betrieb aus dem Mühlviertel musste aufgrund der erfreulichen Auftragslage für eine gewisse Zeit Überstunden anordnen. Das gefiel einigen Mitarbeitern nicht, weshalb diese kurzerhand beschlossen, gleichzeitig in den Krankenstand zu gehen. Die notwendigen Krankschreibungen hatte man rasch in der Tasche, sodass der konzertierten Abwesenheit nichts mehr im Wege stand.

250.000 Euro Schaden für das Unternehmen

Das Unternehmen traf diese besondere Art des Arbeitsboykotts – wie beabsichtigt – ins Mark: Wegen des schlagartigen Fehlens von zwölf Arbeitskräften in der Produktion musste die Firmenleitung alle Register ziehen, um Schaden vom Unternehmen und allen loyalen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern abzuwenden. Denn obwohl diese mit größtem Einsatz zusätzliche Mehrstunden leisteten, um die so plötzlich „erkrankten“ Kolleginnen und Kollegen bestmöglich zu ersetzen, waren Lieferengpässe unvermeidbar. Auch einige neue Mitarbeiter, die die Geschäftsführung trotz des in der Branche herrschenden Fachkräftemangels kurzfristig fand, konnten den gravierenden Personalausfall nicht kompensieren. Der bezifferbare Gesamtschaden war für den Betrieb mit rund 250.000 Euro am Ende enorm!

Zehn Mitarbeiter gekündigt

Das Unternehmen reagierte auf diese völlig inakzeptable Arbeitsverweigerung, indem es zehn dieser zwölf Mitarbeiter kündigte. Zwei kamen dem zuvor und lösten von sich aus das Dienstverhältnis.

Die WKO Oberösterreich übt in ihrer Pressemitteilung an dieser Aktion, die an Dreistigkeit und Illoyalität gegenüber dem Arbeitgeber und gegenüber den Kolleginnen und Kollegen kaum mehr zu überbieten war, scharfe Kritik. Leider würden Krankenstände von einzelnen Mitarbeitern immer wieder als Druckmittel eingesetzt, um persönliche Ziele, wie den Antritt eines nicht genehmigten Urlaubs, das vorzeitige „Ausklinken“ während der Kündigungsfrist oder aber die Verweigerung von Mehrarbeit durchzusetzen. Würde es keine Kündigungsmöglichkeit im Krankenstand mehr geben, wären die Unternehmen an solche illoyalen Mitarbeiter auch noch unzumutbar lange gebunden.

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