Silvester-Feuerwerk. Symbolfoto: Pascal Höfig
Silvester-Feuerwerk. Symbolfoto: Pascal Höfig

Silvesterfeuerwerk: Beliebt und gefährlich

„Feuerwerks-Batterien und Raketen sind die absoluten Renner der letzten Jahre und deren Beliebtheit ist auch heuer weiter ungebrochen. Mit schönen Farben und tollen Effekten zaubern sie für jede Silvesterfeier einen passenden und spektakulären Rahmen. Feuerwerks-Batterien und Raketen liegen in der Gunst der Käufer gleichauf, wobei die Batterien in den nächsten Jahren noch weiter steigen werden, denn mit einem einmaligen Anzünden kann man wunderschöne Effekte mit bis zu 100 und mehr Schuss bestaunen“, sagt Dieter Wurzer, Geschäftsführer des Gremiums des Bau-, Eisen-, Hartwaren- und Holzhandels in der WKOO, wozu auch der Pyrotechnikhandel gehört.

Neuer Trend: Vulkane

Ein neuer Trend beim heurigen Silvesterfeuerwerk sind Vulkane mit einer Steighöhe von 5 bis 6 Metern und einer Brenndauer von rund einer Minute. An Farben bietet der Markt Gold, Silber oder bunt. Dabei kommen auch Vulkane mit einem ,Crackling‘-Effekt (Knistereffekt) zum Einsatz. „Die Nachfrage nach hochwertigen und besonders schönen Artikeln ist auch heuer klar im Fokus der Konsumenten, nahezu ganz out sind laute und krachende Artikel ohne jeglichen Effekt.

Um die 50 Euro gibt der durchschnittliche Käufer für Feuerwerksartikel aus. Natürlich gibt es auch Kunden, die sogar einige hundert Euro für ihr privates Feuerwerk aufwenden. In Oberösterreich werden an rund 1000 Verkaufsstellen zwischen Weihnachten und Silvester mehr als eine Million Euro Umsatz mit Feuerwerkskörpern gemacht. Das Geschäft rund um den Jahreswechsel macht rund 80 Prozent des Jahresumsatzes im Pyrotechnikhandel aus“, so Wurzer.

Sicherheit geht vor

„Beim Feuerwerk gilt als oberster Grundsatz: Sicherheit geht vor! Beim Verkauf ist in den letzten Jahrzehnten noch nie etwas passiert, leider aber bei der Anwendung: nämlich dann, wenn man die Sicherheitsbestimmungen nicht einhält, oder wenn Betrunkene oder gar Kinder mit pyrotechnischen Gegenständen hantieren.

Ganz besonders gefährlich ist Importware aus Tschechien. Diese Artikel sind potenziell gefährlich, zum Großteil auch noch illegal und haben, wie man aus den letzten Jahren weiß, zu schweren Unfällen geführt. Man kann nur raten: Finger weg von Eigenimporten aus Tschechien“, appelliert Wurzer an die Vernunft der Anwender.

Neben bestehenden Verwendungsbeschränkungen – z.B. im Ortsgebiet, in der Nähe von Spitälern, Krankenhäusern, Altersheimen, Kirchen usw. – sind auch die gesetzlich vorgesehenen  Altersgrenzen, zu beachten:

  • Feuerwerksartikel der Kategorie F2 dürfen nur Personen überlassen
    werden, die das 16. Lebensjahr vollendet haben und nur von diesen verwendet (abgeschossen)
    werden. Überlassen bedeutet nicht nur „verkaufen“, sondern auch die bloße Weitergabe an
    einen Minderjährigen ist schon verboten! So würde sich beispielsweise auch ein Vater, der seinem
    zwölfjährigen Sohn einen Artikel der Kategorie F2 überlässt, strafbar machen. Die Strafe
    geht hier bis zu 3.600 Euro.
  • Artikel der Kategorie F1 dürfen an Personen ab dem vollendeten zwölften Lebensjahr überlassen werden.

Bei allen Feuerwerksartikeln gilt: Sicherheit geht vor – also für ausreichenden Stand und geeignete Abschussvorrichtungen sorgen, einen ausreichenden Sicherheitsabstand einhalten, Gebrauchsanleitung (diese ist am Produkt aufgedruckt) aufmerksam lesen und beachten. „Und man kann es nicht oft genug sagen bzw. davor warnen: Pyrotechnische Artikel gehören nicht in die Hände von Kindern und Betrunkenen“, warnt Wurzer eindringlich.

Gefährliche Schmuggelware und Grenzkontrollen

Ein Problem stellen auch heuer wieder illegal importierte Pyrotechnika aus Tschechien dar. Diese weisen gravierende Sicherheitsmängel auf, wie beispielsweise zu kurze Verzögerungszeiten, schlampige Verarbeitung, zu hohe Ladegewichte, fehlende deutsche Gebrauchsanleitung und fehlende bzw. gefälschte CE-Kennzeichnung. In Summe führen diese Faktoren dazu, dass man von Sicherheit nicht mehr sprechen kann, und wie auch die letzten Jahre zeigen, schwere Verletzungen — zum Teil sogar mit Dauerfolgen — die Folge sind. Auch hier muss man an die
Vernunft der Anwender appellieren: „Hände weg von tschechischen Krachern und Feuerwerksartikeln.“

„Auf Nummer sicher geht der Käufer im heimischen Pyrotechnikhandel, denn bei den oö. Pyrotechnikhändlern
gibt es nur Pyrotechnika mit dem CE-Kennzeichen. Diese entsprechen allen Sicherheitsbestimmungen und können gefahrlos verwendet werden, wenn man natürlich die Sicherheitsbestimmungen einhält. Auch fehlen bei den ,Importen‘ die Angaben zum Hersteller, die bei den CE-zertifizierten Produkten jedenfalls vorhanden sein müssen. Dies bedeutet, dass auch im schlimmsten Fall, wenn also etwas passiert, der Hersteller und allenfalls der Vertreiber
nach dem Produkthaftungsgesetz haften. Bei ausländischen Waren bleibt man meist auf dem Schaden sitzen“, erklärt Wurzer.

„Besonders bewährt haben sich die intensiven Grenzkontrollen von Polizei und Zoll, bei denen seit einigen Wochen schon eine ganze Reihe von verbotenen pyrotechnischen Gegenständen beschlagnahmt wurde. Ganz besonders begrüßen wir die Intensivierung dieser Kontrollen auch an den letzten Tagen vor dem Jahreswechsel“, spricht Wurzer der Polizei und dem Zoll ein großes Lob für die Zusammenarbeit aus.

Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Wirtschaftskammer Oberösterreich. 

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