Ab 2019 gilt auch in Österreich die "Ehe für alle" – als erstes Land wird sie aber als Menschenrecht anerkannt. Foto: Pascal Höfig
Ab 2019 gilt auch in Österreich die "Ehe für alle" – als erstes Land wird sie aber als Menschenrecht anerkannt. Foto: Pascal Höfig

„Ehe für alle“ als Menschenrecht anerkannt

In 15 Ländern Europas ist es bereits so weit, Deutschland hat es erst im Sommer beschlossen und nun zieht Österreich nach: Ab 1. Jänner 2019 soll auch hierzulande die „Ehe für alle“ gelten. Dann dürfen Männer auch Männer heiraten und Frauen auch Frauen. Diese Entscheidung kam nun von höchster Stelle, der Verfassungsgericht beschloss dies unter Berufung auf das Diskriminierungsverbot. Bisher war lediglich eine eingetragene Partnerschaft möglich.

Verfassungsgerichtshof leitet Prüfungsverfahren ein

Ausgelöst hatte das Urteil eine Klage von zwei Frauen, die sich in einer Ehe verbinden wollten und bis dato in einer eingetragenen Partnerschaft lebten und liebten. Stadt und Verwaltungsgericht Wien hatten dies abgelehnt, daraufhin leitete der Verfassungsgerichtshof ein Prüfungsverfahren ein. Wie die Kronen-Zeitung berichtet, entschied das Höchstgericht aufgrund eines Diskriminierungsverbot des Gleichheitsgrundsatzes. Die sexuelle Orientierung dürfe keine Rolle spielen, auch vor historischem Hintergrund und solle auch nicht auf den ersten Blick ersichtlich sein. Denn lautet der Familienstand „Eingetragene Partnerschaft“, könne man die sexuelle Neigung sofort ablesen, so die Tageszeitung.

„Historische“ Entscheidung

So enden nun zum 31.12.2018 die bisherigen Bestimmungen und homosexuelle Paare dürfen sich dafür entscheiden, ob sie heiraten möchten oder in eingetragener Partnerschaft leben. Gleichgeschlechtliche Paare dürfen dann übrigens ebenso in eingetragener Partnerschaft leben. Fünf homosexuelle Pärchen, die schon vorab Beschwerde beim Verfassungsgerichtshof eingereicht hatten, dürfen schon eher heiraten – wahrscheinlich werden die ersten homosexuellen Ehen also schon Anfang 2018 geschlossen. Laut der Krone äußerte sich der Anwalt der beiden Frauen, dass es sich um eine „historische“ Entscheidung handele. Österreich sei nämlich das erste Land, dass die „Ehe für alle“ als Menschenrecht anerkennt.

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