Symbolfoto JKU: Sabine Brummer
Symbolfoto JKU: Sabine Brummer

„MORE“: JKU und Borealis schaffen Stipendium für Asylbewerber

Der Erfolg von Integration hängt maßgeblich von Bildung und Ausbildung ab – Borealis und die Johannes Kepler Universität unternehmen gemeinsam „MORE“: Im Zuge der gleichnamigen Flüchtlingsinitiative haben sie ein Projekt gestartet, das AsylwerberInnen und -berechtigten den Start in eine universitäre Ausbildung ermöglicht.

Finanzielle Unterstützung

23 MigrantInnen werden 2017/18 durch das Borealis-MORE-Einstiegsstipendium finanziell beim Studieneinstieg unterstützt. Ein wichtiger Schritt, denn Studierende in der Grundversorgung sind von finanziellen Förderungen weitgehend ausgeschlossen. Asylberechtigte haben zwar grundsätzlich die Möglichkeit, ein Stipendium zu beziehen, allerdings sind zu Beginn die entsprechenden Kriterien oftmals noch nicht erfüllt.

„Hier setzt unser Stipendium an und hilft engagierten AsylwerberInnen beim Einstieg. Es schließt Lücken, wo die staatliche Unterstützung nicht ausreicht. Denn Ausbildung ist einer der Schlüsselfaktoren bei den Bemühungen, Teil unserer Gesellschaft zu werden und unseren neuen MitbürgerInnen eine Zukunft zu ermöglichen“, erklärt Dorothea Wiplinger, Sustainability Manager bei Borealis. Die Mittel für diese Förderung stammen aus dem Borealis Social Fund.

Informatik besonders gefragt

Seit dem Wintersemester 2015/16 werden im Rahmen des MORE-Programms, initiiert von der Universitätenkonferenz uniko, an der JKU AsylwerberInnen auf ein Hochschulstudium vorbereitet. 110 TeilnehmerInnen haben das Programm bereits durchlaufen. „Nun können dank der Mithilfe von Borealis die ersten Personen tatsächlich ihr Studium aufnehmen oder weiterführen“, so JKU-Programmleiter Univ.-Prof. Johann Bacher. Aus den 35 Bewerbungen hat eine fünfköpfige Auswahlkommission 23 Studierende ermittelt. Sie stammen aus acht verschiedenen Nationen und verteilen sich auf zwölf Studienrichtungen.

Vergabe der Studienrichtungen bei "MORE". Grafik: JKU

Vergabe der Studienrichtungen bei „MORE“. Grafik: JKU

Gesellschaftliche Verantwortung

„Die Teilnahme am Programm ist ein klares Bekenntnis zu unserer gesellschaftlichen Verantwortung als Bildungseinrichtung. Unsere Universität steht allen Menschen offen, die an der Erweiterung ihres Wissens arbeiten wollen – unabhängig von ihrer Herkunft“, erklärt JKU-Rektor Meinhard Lukas. „Die Partnerschaft mit Borealis garantiert eine nachhaltige Fortführung von MORE, sowohl in der Qualität als auch im Umfang.“

Details zum Stipendium

Die Vergabe ist an die Erfüllung von verschiedenen Voraussetzungen (Zulassung zu einem Studium an der JKU, Fluchthintergrund, Genehmigung durch die Auswahlkommission, kein Zugang zu Studienbeihilfe) und an die Erreichung bestimmter Leistungsschwellen (Abschluss eines Learning Agreements) gebunden. Das Einstiegsstipendium ist vom Aufenthalts- und Studierendenstatus abhängig, wird monatlich ausbezahlt und macht pro Studienjahr 1.200 bis 3.600 Euro aus.

Statements von StipendiatInnen (anonymisiert)

Ein Informatikstudent hat bereits in Afghanistan ein Bachelorstudium abgeschlossen und ist seit dem Wintersemester 2016 im MORE-Programm. Seine Motivation für ein Studium der Informatik an der JKU erklärt er so: „Bereits in der Schule hat sich der Wunsch herauskristallisiert, einmal Informatiker zu werden. Die Möglichkeit, umständliche Vorgänge durch das Schreiben eines Skripts zu vereinfachen, hat mich sofort in ihren Bann gezogen.“
Der junge Mann konnte bereits vor seiner Flucht nach Österreich Berufserfahrung als Netzwerkadministrator sammeln und erhofft sich durch das Informatikstudium ein „vertieftes und umfassendes Wissen über informationstechnologische Bereiche, um als Netzwerkadministrator in einem Unternehmen verantwortlich mitzuarbeiten“.

„Mechanik, Elektrotechnik und Informatik – diese Kombination ist eigentlich meine Welt, und nach einem Semester Mechatronikstudium bin ich mir ganz sicher, dass dieses Studium die beste Wahl für mich ist. Bis jetzt habe ich versucht, mein Studium selbst zu finanzieren. Das war sehr schwierig“, erzählt einer der Einstiegsstipendiaten. „Als Flüchtling soll ich Österreich etwas zurückgeben“, ist der Syrer überzeugt. „Nach meinem Studium will ich mein Wissen unbedingt einem Unternehmen in Österreich zur Verfügung stellen.“

Eine Stipendiatin belegt seit dem Sommersemester 2017 das Masterstudium Biologische Chemie an der JKU. „Ich freue mich sehr, dass ich durch das Stipendium die Gelegenheit habe, weiter zu lernen. Nach meinem Abschluss möchte ich meine Kenntnisse der Gesellschaft zur Verfügung stellen und bedanke mich bei der JKU und Borealis für diese Möglichkeit“, sagt die Studentin.

Über Borealis

Borealis ist ein führender Anbieter innovativer Lösungen in den Bereichen Polyolefine, Basischemikalien und Pflanzennährstoffe. Borealis hat seine Konzernzentrale in Wien, Österreich, und beschäftigt rund 6.600 Mitarbeiter in mehr als 120 Ländern. Im Jahr 2016 erwirtschaftete Borealis Umsatzerlöse von EUR 7,2 Milliarden und einen Nettogewinn von EUR 1.107 Millionen. Borealis steht zu 64% im Eigentum von Mubadala, über deren Beteiligungsgesellschaft, sowie zu 36% der OMV, einem integrierten, internationalen Erdgasunternehmen mit Sitz in Österreich. Gemeinsam mit Borouge, einem Joint Venture mit der Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC), liefert Borealis Produkte und Dienstleistungen für Kunden auf der ganzen Welt.

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der JKU.

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