Schlepper: Mädchen zur Prostitution gezwungen
LINZ. Ein Ehepaar soll drei Jahre lang mehrere junge Mädchen (auch minderjährige) aus Rumänien unter falschen Versprechungen nach Linz gelockt und hier zur Prostitution gezwungen haben.
Die Masche ist bekannt: Die rumänischen Eheleute - eine 36-Jährige und ihr 38jähriger Mann haben den jungen Frauen viel versprochen: Eine geregelte Arbeit als Kellnerin, Abwäscherin oder Reinigungsfrau - inklusive gutem Verdienst. Doch kaum in Österreich angekommen, wurde den Frauen teilweise die Dokumente abgenommen und sie sollten auch noch im nachhinein für die Fahrt nach Östereich selbst aufkommen.
Mit Sex-Diensten bezahlt
Um die Schulden zu begleichen, wurden die Mädchen innerhalb kürzester Zeit an Freier in Linz vermittelt. Entweder in den Wohnungen der Freier oder in verschiedenen Linzer Hotels mussten sich die Mädchen prostituieren. Die Entlohnung für ihre Sex-Dienste wurde den Mädchen großteils zur Gänze abgenommen.
Oder sie bekamen erst gar nichts dafür: Denn teilweise waren sie in Wohnungen älterer Männer untergebracht. Und als Gegenleistung für die "mietfreie" Wohngelegenheit mussten sie mit ihnen sexuell verkehren.
Doch das ist noch nicht alles: Das Ehepaar übte auf die Opfer enormen Druck aus, drohte, sie würden den Familien und Bekannten der Mädchen mitteilen, dass sie in Österreich als Prostituierte arbeiten.
Vor Gericht zu verantworten
Wie jetzt bekannt wurde, wurde das Ehepaar bereits Anfang Oktober 2008 in Rumänien wegen Verdachts auf Menschenhandel festgenommen. Weitere Ermittlungen der Polizei in Österreich ergaben, dass noch drei weitere Personen an den Taten beteiligt gewesen sein sollen.
Dabei wurde noch ein 73-jähriger Pensionist wegen Verdacht auf Prostitutionshandel angezeigt. Ein 21-jähriger Kellner wegen Verdachts auf sexuellen Missbrauch von Jugendlichen, Nötigung und Urkundenfälschung in zwei Fällen. Und ein 57-jähriger Pensionist wurde wegen Verdacht des Menschenhandel in drei Fällen angezeigt.
Die Hauptverdächtigen - das rumänische Ehepaar - wurden zusätzlich wegen neunfachen sexuellen Missbrauch von Jugendlichen angezeigt. Sie werden sich in Rumänien vor Gericht verantworten müssen, für die anderen drei Beteiligten ist die Staatsanwaltschaft Linz zuständig: Ihnen wird in Österreich der Prozess gemacht.
Für alle Verdächtigen gilt die Unschuldsvermutung.


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